Meist machen es die Museen zum Ende eines jeden Kalenderjahres spannend: Es dauert lange, bis sie ihr Jahresprogramm veröffentlichen. Besonders nach Wuppertal und auf das Von der Heydt-Museum richtet sich die Aufmerksamkeit, wo jedenfalls einmal im Jahr ein Blockbuster zu sehen ist und schon deshalb (aber auch wegen des Potentials der Sammlung) die Erwartungen hoch geschraubt sind. Doch Gerhard Finckh, der Direktor dieses großartigen Museums, hat die Katzen bereits beizeiten aus dem Sack gelassen: Die Bewerbung der zwei herausragenden Ausstellungen des Jahres 2012 findet seit etwa einem Quartal statt. Diesmal handelt es sich nicht um einen der französischen Impressionisten, dafür um die Künstler im Umfeld von Herwarth Waldens Zeitschrift und Galerie „Der Sturm“ (13. März-10. Juni) und um Peter Paul Rubens (16. Oktober – 28. Februar 2013).
Beide Ausstellungen werden indes etwas anders aussehen, als sie vielleicht auf den ersten Blick erwarten lassen. Anhand der Künstler, die Herwarth Walden in Berlin zwischen 1910 bzw. 1912 und 1928 vorgestellt hat, entfaltet sich ein Panorama der europäischen Avantgarde des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts, das äußerst vielschichtig daher kommt. Walden, der in erster Ehe mit Else Lasker-Schüler verheiratet war, hat die Künstler des Blauen Reiter, die Futuristen und die Kubisten ebenso präsentiert wie die Konstruktivisten und die naiv anmutende exotische Malerei von Henri Rousseau. All das wird nun im Von der Heydt-Museum zu sehen sein, begleitet von einem Forschungsprojekt der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität, das im 100. Jahr seiner Gründung die Galerie Waldens in ihren verschiedenen Facetten untersucht. Auch die Rubens-Ausstellung ist nicht als „reine“ Bilderschau angelegt, wenngleich der Meister der Kunst des 17. Jahrhunderts opulent malte und Körper ausgesprochen sinnlich darstellte. In Kooperation mit dem Königlichen Museum der Schönen Künste in Antwerpen wird die Malerei von Rubens auf ihre Bildsprache und den politischen Impetus hin vorgestellt. Hoffen wir nur, dass die anderen Ausstellungen, die um diese beiden zentralen Schauen platziert werden, nicht zu sehr in den Hintergrund treten.
Und dann gibt es auch die Von der Heydt-Kunsthalle in Barmen, die im vergangenen Jahr nach der Sanierung neu eröffnet wurde. Im Anschluss an die derzeitige, sehr wenig überzeugende Themenausstellung DEAD_Lines gibt es dort wichtige junge deutsche Kunst zu sehen. Ausgestellt werden ab März die gegenständlichen Gemälde von Cornelius Völker, im Rahmen einer Tournee mit München, Ludwigshafen und Goslar. Völker, der als Professor an der Kunstakademie Münster lehrt, ist im Vortrag „malerisch“ sinnlich und in seinen Themen und Motiven ausgesprochen gegenwärtig. Aber bevor es soweit ist, ist bis Ende Januar im Von der Heydt-Museum selbst das Gesamtwerk des großen Alfred Sisley ausgestellt. Und dieses ist sehenswert bis zum letzten Tag.
Mehr Informationen zu den kommenden Ausstellungen unter:
www.von-der-heydt-museum.de
Mehr zu den Ausstellungs-Highlights 2011:
Sisley - Der wahre Impressionist
Street Art-Ausstellung in der Kunsthalle Wuppertal-Barmen
"JETZT" - Neuerwerbungen des Von der Heydt-Museums
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