Bei dem piept’s wohl – ist einer der netteren Gedanken, die man zu Donald Trump und seiner Twitter-Nutzung haben kann. Als würde ein schizophrenes Tamagotchi ihm permanent in die Großhirnrinde picken. Mit Diplomatie 4.0 ist er aber nicht allein. Sushma Swaraj, indische Außenministerin, drohte jüngst per Twitter pauschal allen Amazon-Mitarbeitern, ihnen keine Visa mehr für die Einreise nach Indien auszustellen. Grund: Drittanbieter boten auf der Plattform Fußmatten mit dem Motiv der indischen Nationalflagge an. Prompt nahm Amazon den angeblich patriotische Ehrgefühle verletzenden Fußabtreter aus dem Programm.
Vorbei scheinen die Zeiten, in denen Obama Bundeskanzlerin Merkel mit „It’s me, Barack“ noch oldschool am Telefon begrüßte. Kim Jong-un instagramt demnächst Schnappschüsse vom Atombombentest, Trump unfriended die NATO und die AfD freut sich, dass simple Volksverhetzung auch prima mit 140 Zeichen geht.
Grundlegend Neues in Sachen menschlicher Kommunikation bewirken die neuen Medien nicht, meint Mediensoziologe FLORIAN MUHLE, mit dem wir für unser Monatsthema WELTFLUCHT sprechen. Außerdem erinnern wir an die zahlreichen Methoden, die Menschen zum Zweck des Eskapismus schon vor Jahrtausenden entwickelt haben. Ob in Tagträume, Drogen oder virtuelle Realitäten geflohen wird – entscheidend ist, dass die Rückkehr in die Wirklichkeit gelingt.
Lesen Sie weitere Texte zum Thema auch in unseren Partnermedien choices (Schwerpunkt: Karriereflucht; Interview mit Anselm Lenz vom Karriereverweigerungszentrum Haus Bartleby) und trailer (Schwerpunkt: Eskapismus – ein Rehabilitierungsversuch; Interview mit Blogger und Ex-Digitalnomade Patrick Hundt).
In den Innereien der Wuppertaler Oper wühlt Johann Kresnik mit seiner Inszenierung DIE HÖLLE/INFERNO, frei nach einem der drei Jenseitsreiche aus Dante Alighieris „Göttliche Komödie“. Der neue Intendant Thomas Braus wird zu Beginn als Rollstuhl-Mumie durchs Foyer geschoben und das Publikum danach mit Fleischabfällen beworfen – unserem Autor Peter Ortmann gefällt das.
Anorganisch sind mit Metall und thermoplastischem Kunststoff die favorisierten Werkstoffe, aus denen MATHIAS LANFER seine Arbeiten fertigt. Die aktuelle Ausstellung des Tony Cragg-Schülers heißt SPAMS und ist im Skulpturenpark Waldfrieden zu sehen. Kaum auf eine Kunstform festlegen lässt sich mit Malerei, Collagen, Lichtkunst- oder Video-Klang-Performances GREGOR EISENMANN. Wir porträtieren ihn für unsere Nahaufnahme.
Ein Porträt der iranischen Gesellschaft und klassischer Whodunit-Thriller in einem ist Ashgar Farhadi mit THE SALESMAN gelungen, unser Film des Monats. Eine Momentaufnahme der US-Gesellschaft der 1950er Jahre ist Philip Roths Roman „Empörung“. Wir sprechen mit LOGAN LERMAN, der in der gleichnamigen Kinoadaption die Hauptrolle spielt. Zum Gespräch zum Film bitten wir MARIE KREUTZER, Regisseurin der österreichischen Ensemble-Komödie „Was hat uns bloß so ruiniert“. Sie erzählt uns vom komödiantischen Potential, das die Familienplanung birgt und wie einen Kinder dazu bringen, heulend auf dem Supermarktboden zu sitzen.
Ohne Internet wäre die Welt vermutlich auch nicht besser, oder anders ausgedrückt: Offline ist auch scheiße.
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