Foto: Dino Kosjak

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30. März 2017

THEMA: Zukunft jetzt

Was fängt mit S an und wackelt? Nein, ausnahmsweise nicht die Schwebebahn, sondern der Seilbahnbau durch die Südstadt. Im analogen Bürgerbeteiligungsverfahren Ende 2016 stimmten 37 der 48 zufällig ausgewählten BürgerInnen für eine Fortsetzung der Planung, nicht für den finalen Bau. Die Kosten sind weiterhin unklar, von 50 bis über 100 Mio ist alles dabei. Das Bündnis „Pro Seilbahn“ sieht in dem Projekt ein „kostengünstiges und umweltfreundliches Verkehrssystem“, für die Initiative „Seilbahnfreies Wuppertal“ werden die Baukosten unter- und der Nutzen für Mobilität und Wirtschaft überschätzt. Im Mai entscheidet der Rat der Stadt über das weitere Vorgehen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Seilbahn nicht zu Wuppertals BER oder Stuttgart 21 entwickeln wird, denn anders als bei der Elbphilharmonie werden die Tickets für die Seilbahn wohl kaum auf Jahre ausverkauft und so die Zusatzkosten gedeckelt werden können.

Das oben erwähnte Bürgerbeteiligungsverfahren greifen wir auch in unserem Monatsthema ZUKUNFT JETZT, in dem es um bürokratische Prozesse und deren Digitalisierung geht, auf. Mit Ex-Piratin MARINA WEISBAND sprechen wir über Liquid Democracy und das „aula-Projekt“, mit dem sie schon Schulkinder demokratische Beteiligung erleben lassen will. In unserem Europa-Text stellen wir Estland vor, weltweit Vorreiter im Bereich Digitalisierung und E-Government.

Weitere Texte zum Thema lesen Sie bei unseren Partnermagazinen choices (Schwerpunkt: Basisdemokratische Bewegung; Interview mit Ekaterina Degot, Kuratorin der Akademie der Künste der Welt) & trailer (Schwerpunkt: Parlamentarische Demokratie; Interview mit Renate Künast zum effektivsten Umgang mit Populismus).

Was passiert, wenn Menschen ihre Filterblase verlassen und konträre Meinungen im Real-Life aufeinanderprallen, konnte man Anfang März im Swane-Café erleben. Der Auftakt der Veranstaltungsreihe „Wir stellen UNS“ wurde wegen anwesender AfD-Vertreter von linken Aktivisten verhindert. Das Echo in Medien und Sozialen Netzwerken war groß, auch zu dem Kommentar unserer Autorin vor Ort. Seitdem haben sich die Emotionen etwas abgekühlt. Zum Vorfall nimmt Gastgeberin SELLY WANE ebenso Stellung wie Gerd-Peter Zielezinski, Linke-Fraktionsvorsitzender in Wuppertal. Beide trafen wir zum Interview.

In Aufruhr scheinen auch die kantigen, wild zusammengestückelten Holzstücke von BERT DIDILLON. Dieses und andere Objekte in der Ausstellung „Whatever“ bei Grölle pass:projects in Elberfeld loten den Grenzbereich von Bild und Skulptur aus. Heftige Emotionen spielen auch beim Tango eine Rolle. Für unsere Nahaufnahme portraitieren wir Tänzerin und Choreografin DOÑA PIEDRA.

Ein Fan finnischer Tango-Variation soll Regisseur Aki Kaurismäki sein. Der zweite Teil seiner Flüchtlings- und Hafen-Trilogie DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG ist typisch melancholisch, konzentriert sich aber auf die hoffnungsvollen Nachrichten und ist daher unser Film des Monats. Für den Roten Teppich haben wir mit David Oyelowo über seine Rolle in A UNITED KINGDOM, eigene Diskriminierungserfahrungen und den Dreh mit der eigenen Frau gesprochen. Außerdem waren wir bei den dritten Solinger Antirassismus-Tagen zu Gast, als in der Cobra RESEARCH REFUGEES – eine Sammlung von elf Kurzfilmen zur Flüchtlingsthematik – gezeigt und mit den Filmemachern und Ex-ARD-Chef Fritz Pleitgen diskutiert wurde.

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Maxi Braun

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