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Es gibt 2 Beiträge von Kinogänger

Nightborn

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Kein Mensch, kein Tier?

13.07.2026

Nach Halloween und Rosemary´s Baby wagt sich Finnland an ein ähnliches Horrorthema heran. Spart dabei nicht mit Blut- und Schockmomenten. Neu ist der schwarze Humor, wenn beispielsweise der wie ein Kind geliebte Mähroboter einer genervten mordenden Baumwurzel zum Opfer fällt.
Das wahre Kind ist menschlich gezeugt, was aber als Waldmonster sowohl mit den Planzen als auch mit der Mutter interagiert. Mutter und Kind mutieren so zu Wesen, die blutendes Fleisch jeglicher Art verzehren.

Sind diese Bilder weder appetitlich, noch logisch erklärbar, so brillieren Seidi Haarla und Rupert Grint in ihren Rollen. Haarla wird als Monstermutter immer glaubhafter und verkörpert trotz der mehr als absurden Situation ein wachsendes Mutter-Kind-Verständnis. Eine Topbesetzung. Grint, der als treuer Schluffen seine Augen vor allem Unnormalen verschließt, ist ebenfalls gut besetzt.

Nach Logik oder Realitätsnähe darf man bei diesem Film nicht fragen, dafür ist er auch nicht gemacht. Schnell ausschlagende Bäume, die wie zu Bäumen gewordene Trolle aussehen und beim Schrei des Babys demselben zuhilfe eilen. Das aus der Art geratene und unerziehbare Kind wirkt unmenschlich, während der Rasenmähroboter menschliche Züge aufbietet.

Und damit schlägt Nightborn dann doch wieder parallelen zur realen Welt: Wir verachten Wesen, die wir nicht verstehen, wie auch schwer erziehbare Kinder, während wir Handys, Alexas, Robotern und der immer häufiger hochgelobten KI menschliche Züge abgewinnen.

Trotzdem nur ein mäßiger Film, der im Preview mehr geschockt als gefallen hat.

Eine Frage der Würde

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Brandaktuelles Psychodrama

03.06.2024

Das Thema scheint wie aus dem Leben gegriffen: Falsche Polizisten erpressen Geld einer 70-jährigen pensionierten Lehrerin. Wie das funktioniert und was für Folgen das hat, stellt der Film in einer packenden Story mit zahlreichen Wendungen dar. Die schauspielerischen Darstellungen - besonders von Blaga Darstellerin Eli Skorcheva - sind herausragend und wirken in jeder Phase des Films authentisch.

Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine spannende Reise in einem durch Telefonbetrüger verändertem Leben. Dabei fällt es dem Zuschauer leicht, mit Blaga mitzufühlen, die mehr und mehr vom Opfer in die Mittäterrolle getrieben wird, bis sie den zahlreichen Verstrickungen nicht mehr Herr wird.

Im Kino war bemerkenswert, wie das Publikum in der Story mitgehen konnte und der Film einen gruppendynamischen Effekt auslöste, der vergleichbar ist mit großen Klassikern wie Hitchcocks Psycho.
Darum für mich ein rundum überzeugendes Kinoerlebnis.

Schade, dass der Film nur sehr selten aufgeführt wurde und insgesamt nur wenige Zuschauer bislang gefunden hat. Was stimmt hier am Marketing nicht? In der Kölner Filmpalette hatte ich Glück, den Film mit ca. 30 weiteren Gästen anschauen zu können.

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