Mit einer Mario Merz-Ausstellung wurde der Skulpturenpark für Publikum geöffnet, zwei Jahre nachdem Tony Cragg, damals Direktor der Akademie Düsseldorf, das lange verwaiste Anwesen am Waldhang erworben und erschlossen hatte. 15 Jahre ist das her. Anlässlich der nun 52. Ausstellung zum Jubiläum, die erstmals das gesamte Areal überspannt, wirft Bildhauer Cragg als künstlerischer Leiter einen Blick zurück und zeigt Klasse statt Masse: eine exquisite persönliche Auswahl aus seiner Sammlung, Ankäufe von 14 künstlerischen Positionen, die vor Ort bisher zu sehen waren.
Die Präsentation in der mittleren Halle konzentriert sich auf drei unterschiedliche Positionen: ältere Werke von Anne und Patrick Poirier, eine aktuelle Arbeit von Andreas Schmitten sowie drei Holzfiguren der 2013 auf Tobago verstorbenen deutschen Bildhauerin Luise Kimme, die Cragg für eine der verkanntesten der letzten Jahrzehnte hält. Die heterogene Zusammenstellung ist reizvoll: hier ein weiß lackierter, hochglanzpolierter Zwitter aus Frauenunterkörper und Waschbecken (Schmitten, 2021), dort schrundig geschnitzte und farbenfroh bemalte Kimme-Tänzer mit karibischem Flair neben Fantasiebaumodellen der Poiriers – erfrischend spannend. Der Kurator mit seinem Bildhauer-Blick hat den Raum perfekt im Griff, was ihm auch in beiden anderen Pavillons glückt.
In der lichtdurchfluteten oberen Glashalle beherrscht eine Steinspirale von Richard Long den Boden, Krickes zarte weiße Raumplastik holt weit aus, unter der Decke – fast zu übersehen – schwebt ein Stahlwinkel von Otto Boll, an der Wand lehnen schwarze Stelen von McCracken. Ein kleiner hermetischer Alabaster-Kopf von Hede Bühl thront auf einem Sockel – auch Bühl ist eine Künstlerin, die nicht die Aufmerksamkeit erhält, die ihr gebührt. Auf dem Weg durch den Park, bergab zur unteren Halle, kommt man an einer großen Außenarbeit von ihr vorbei.
Die dritte Halle dominiert Klaus Rinkes leise plätschernde „Insel“: ein komplexes Ensemble aus Zinngefäßen, in das über ein Schlauchgewirr Wasser rieselt – umringt von Wandarbeiten von Nauman, Gilbert & Georg und Deacon. Nach Ausstellungsende verbleiben drei Neuzugänge im Außenbereich, darunter „Gurken“ von Erwin Wurm, die aufrecht wie Megalithen aus dem Boden lugen.
Home Game – 15 Jahre Skulpturenpark | bis 8.10 | Skulpturenpark Waldfrieden | 0202 47898120
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