Das Wagner-und-Verdi-Jubiläumsjahr ist fast zu Ende. Da braucht es schon einen besonderen Dreh, um aus der großen Masse an Konzerten herauszuragen, welche bereits zu Ehren der alten Meister über die Bühne gegangen sind. Hagens Generalmusikdirektor Florian Ludwig fand diesen Dreh bei einem dritten Opernjubilar, um den es wesentlich weniger Wirbel gegeben hat:
Benjamin Britten. Der wäre im November 100 Jahre alt geworden – also nur halb so alt wie Wagner und Verdi. In Hagen wurde er für die Operngala „Meisterfeier“ dennoch in einen etwas eigentümlichen Dreierbund aufgenommen. Publikumsliebling Herbert Feuerstein führt als Moderator durch den konzertanten Abend.
„Wie passt das zusammen? Wie kann man diesen Fremdkörper Britten integrieren?“, hatte sich Feuerstein gefragt – und kam zu dem Schluss: „Kann man nicht. Soll man nicht. Der ist eine Welt für sich.“ Letztlich erfährt der Zuschauer an diesem Abend über den Menschen Benjamin Britten am wenigsten – wohl auch, weil der für witzige Anekdoten, die das Publikum vom Humoristen Feuerstein klar erwartet, wenig taugt. Wagner mit seiner bis ins Groteske übersteigerten Selbstverliebtheit und Verdi mit seiner „Muse“ und der cholerisch eifersüchtigen Ehefrau sind dagegen für einige Lacher gut.
Musikalisch ist Britten unterdessen durchaus gut vertreten im Programm. Orchester, Chöre und Solisten präsentieren all das, was an einem kleinen Haus entweder szenisch kaum umsetzbar ist - wie bei den überaus aufwändigen Wagner-Werken - oder aber einem breiten Publikum schwer verkäuflich - wie bei Brittens immer noch vergleichsweise moderner Tonsprache. Dass das musikalische Potenzial für beides durchaus vorhanden ist, beweist Ludwig mit seinen Sängern und dem Orchester sehr überzeugend. Überwiegend sind es Arien, mit denen das Ensemble den Bogen von Verdis „Maskenball“ über Brittens eher düsteren „Billy Budd“ bis zu Wagners „Tannhäuser“ spannt. Erst am Ende gibt es zwei größere Ensembleszenen: zuerst die bedrohlich aufgeladene „Mob-Scene“ aus dem dritten Akt von „Peter Grimes“, die allein schon ein fulminanter Schlusspunkt wäre. Doch GMD Ludwig wollte wohl ein versöhnlicheres Ende und lässt so anschließend noch die Schlussfuge aus Vedis Falstaff anstimmen: „Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren.“
Meisterfeier | Fr 13.12. 19.30 Uhr | www.theaterhagen.de
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