21. Januar 2015: Kurz vor Filmbeginn – und immer noch trudeln vereinzelte Zuschauer in den Saal. Gilt für den heutigen Kinoabend etwa die Entspanntheit der akademischen Viertelstunde? Schließlich hatte die Bergische Universität ins Wuppertaler CinemaxX geladen, um ihre Filmreihe „Frische Filme“ fortzusetzen. Zum vierten Mal brachte der Fachbereich Mediendesign einen deutschen Spiel- oder Dokumentarfilm auf die Leinwand, um ihn anschließend mit einem Beteiligten des Films und dem Publikum zu diskutieren. „Unsere Studenten beschäftigen sich in vielfältiger Weise mit Film – ob abstrakt im wissenschaftlichen Diskurs oder praktisch bei der Herstellung“, sagte Erica von Moeller, Hochschullehrerin für audiovisuelle Medien und Initiatorin der Filmreihe. „Mit ‚Frische Filme‘ wollen wir den Studierenden und allen Interessierten außergewöhnliche Projekte vorstellen und sie ihnen dort präsentieren, wo sie hingehören – auf der großen Leinwand.“
Für die Januar-Ausgabe der Reihe wählte Erica von Moeller das viel diskutierte Werk „Work Hard Play Hard“ von Carmen Losmann aus. Als Gast stand ihr Erik Winker zur Seite, der den Film als Produzent begleitet hatte. „Die Dokumentation ist so besonders, weil sie uns eine Idee davon gibt, wie und wo Menschen in Zukunft arbeiten. Sie zeigt moderne Arbeitswelten und damit auch zukünftige Lebenswelten“, sagte Erica von Moeller. Konkret bildet der Film unterschiedliche Szenen in führenden Großunternehmen ab, die auf den Zuschauer wie eine eigene beunruhigende Welt wirken. Mitarbeiter erscheinen dort als Ressource, die den Firmen für Gewinnmaximierung und Wachstum dienen. Auf der Tagesordnung stehen ständige (Selbst-)Optimierung und Leistungsbereitschaft, Motivationsseminare und Talentmanagement. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden – soweit man überhaupt noch einen eigenen Arbeitsplatz hat und nicht nur noch mobil tätig ist. Fast verstörend wirkt auch die eigene Sprache, die die moderne Arbeitswelt hervorbringt und an die sich die Mitarbeiter anzupassen haben. Die Rede ist von non-territorialen Office Spaces, multimobilen Knowledge-Workern oder High-Potentials.
Das Beunruhigende: Obwohl „Work Hard Play Hard“ schon 2011 in die Kinos kam, scheint er heute aktueller denn je. Die Arbeitswelt von heute wirkt wie eine verschärfte Version des Dokumentierten. „Genau aus dem Grund hat der Film auch heute noch eine große Relevanz. Die Nachfrage ist selbst nach vier Jahren immer noch riesig“, sagte Erik Winker bei der anschließenden Diskussion. Hier hatten die Zuschauer die Möglichkeit, den Film zu besprechen und dem Produzenten Fragen zu stellen. Vor allem für die Studenten eine echte Gelegenheit, direkt vom Praktiker zu lernen. Was macht ein wirklich gutes Treatment aus und wieso kann auch bei einer Dokumentation ein Drehbuch durchaus Sinn machen? Wann setzt man eher auf Dolly-Fahrten, wann auf digitalen Zoom? Was suggeriert die sehr starre Kameraführung dem Zuschauer und wie bereitet man sich als Schaffender eigentlich inhaltlich und kritisch auf so ein Filmprojekt vor? „Für Studenten ist ein solcher Praxisbezug immer wichtig. Es ist eine Möglichkeit, um an Jobs und vor allem Kontakte in der Branche zu kommen“, sagte Winker, der den Studenten zudem noch für einen Workshop in der Universität zur Verfügung stand.
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