engels: Herr Schmidt, hat die Gewalt von Fußballfans zugenommen?
Michael Schmidt: Das kann ich nicht pauschal beantworten. Die Situation hat sich verändert. Die Gewalt bei Heimspielen und auch in den anderen Stadien hat eher abgenommen. Im Stadion sind die Fans inzwischen ja voneinander getrennt. Bei Auswärtsspielen fallen aber einige Gruppen aus Wuppertal besonders durch Sachbeschädigung negativ auf. Vor anderthalb Jahren wurde ein Zugwaggon verwüstet. Der Ruf der Wuppertaler Fans bei den Kollegen in anderen Städten ist grottenschlecht.
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Sind aus Polizeisicht alle Spiele gleich?
Nein, da gibt es Fanfeindschaften, die über Jahre gehegt und gepflegt werden. Rot-Weiss Essen ist da der Klassiker. Da müssen wir gewaltig Personal auffahren.
Wie schätzen Sie die Ultras ein?
Von der Grundidee her sind die Ultras eine Bereicherung für den Verein. Die wollen supporten. Die wollen das Event. Sie halten sich natürlich auch für die einzig wahren Unterstützer. In Wuppertal allerdings unterstützen die Ultras im Moment weniger den WSV, als dass sie gegen Vereinsvorstand und Mäzen operieren.
Sie müssen dann den Verein vor seinen Fans schützen?
Wenn der Vorstand oder andere Einzelpersonen bedroht werden, müssen wir natürlich eingreifen.
Fans beklagen, dass ihnen immer mehr verboten wird. Stimmt das?
Wir haben aktuell das Mitführen von Fahnen untersagt, weil unter den Fahnen immer wieder Pyrotechnik gezündet wurde. Die Täter konnten so dann nicht identifiziert werden. Solange sich die Fans vernünftig benehmen, machen die Sicherheitsbehörden auch vieles mit. Sobald wir Missbräuche feststellen, wird die Messlatte eben tiefer gelegt.
Über Pyrotechnik ist mit Ihnen nicht zu reden?
Nein, das Zünden von Pyrotechnik in Menschenmengen kann sogar ein Verbrechenstatbestand sein. Da können schwerste Verletzungen entstehen. So eine Rakete kann über 1.000 Grad heiß werden. Notrettungsraketen sind dafür konzipiert, dass sie auch im Wasser brennen. Die sind also nicht löschbar. Auch ein kontrolliertes Abbrennen ist nicht zulässig. Dies verbieten Stadionsatzung und DFB-Richtlinien.
Welche Haltung haben Sie zum Fanprojekt?
Ich sehe das Fanprojekt positiv. So haben wir einen verlässlichen Ansprechpartner. Die Mitarbeiter dort haben einen gewissen Einfluss auf die Fans. Man darf sie aber auch nicht überfordern. Sozialarbeit erreicht die Fans, die selbst eher vernünftig sind. Wer unbedingt Gewalt ausüben möchte, ist auch durch ein Fanprojekt nicht zu erreichen.
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