
Die Großstadt in der freiheitlichen Republik, der weltoffene Moloch. Abbild demokratischer Vielfalt, geprägt von Kulturen aus aller Welt. Millionen Menschen, Millionen Meinungen, Millionen Stimmen. Clash der Kulturen. Verhetzt abgebildet in der Anonymität der Einkaufsstraße. Ein nicht enden wollender Reichtum an Kultur und Möglichkeiten zur Begegnung – doch der Blick unterwegs gilt kaum der oder dem Nächsten. Stadtbewohner*innen igeln sich ein, verstecken sich im Nebeneinander, sehnen die Ruhe her. Daheim in der Fremde. Eine Million Stimmen, keine wird gehört. Und doch findet man sie. In den Freizeitangeboten der Stadt. Auf den Leinwänden und Bühnen werden andere Kulturen mitunter erfahrbarer als draußen im Alltag. Tagsüber suchen die Großstädter*innen die kurzen Wege oder flüchten sich in den kollektiven Konsum. Freizeit bietet Raum zur Öffnung. Und wenn zu viele Stimmen untergehen in der Millionenstadt, hilft vielleicht die Digitalisierung bei der Orientierung. Wenn Effizienz den Fokus wieder eröffnet auf die Stadt. Auf ihre Bewohner*innen. Auf ihre Stimmen. Ihnen folgt unser Monatsthema MUNDWERK.
In unseren Leitartikeln beäugen wir die destruktiven Spuren, die Kapitalismus, Neoliberalismus und Rechtsradikalismus beispielhaft im Athener Stadtteil Exarchia hinterlassen. Wir erkennen ein Missverhältnis an Diversität zwischen Bühne und Zuschauerraum und dass die Smart City nicht automatisch auch smarte Stadtmenschen zu generieren wünscht.
In unseren Interviews entschlüsselt der Soziologe Daniel Kubiak Anonymität und Toleranz als prägende Merkmale der Großstadt und verweist auf integrative Herausforderungen. Die Kulturwissenschaftlerin Simone Egger sieht städtische Bühnen bürgerlich dominiert, und der Zukunftsforscher Klaus Burmeister betont, dass Digitalisierung und Technologie(offenheit) nicht die Antwort auf alles sind.
Vor Ort besuchen wir das interkulturelle Zentrum Zurück in die Zukunft e.V. in Köln Nippes, in dem Alteingesessene und Zugezogene einander begegnen: Miteinander statt nebeneinander. In Dortmund ergründen wir das Wesen von Graffiti als kreativen Umgang mit Beton – und als eine Protestform, die inzwischen kultureller Aneignung ausgesetzt ist. In Wuppertal erörtern wir, was dort bis dato so alles smart möglich ist – und was nicht.
Unsere Stimme zählt! Und das nicht nur alle Wahljahre wieder an der Urne. Zugleich verstummen viele Stimmen trotzig, sobald sie auf andere Meinungen stoßen. Doch wo Stimmen sind, da ist Diskurs. Und die Stadt ist voll davon. Unsere Stimme zählt. Jeden Tag. Wenn wir sie konstruktiv erheben. Wenn man unseren Stimmen einen Raum gibt. Wenn wir uns Raum nehmen. Ihn einfordern. Es gibt Hürden in der Stadt. Doch die Stadt bietet schon heute viele Chancen auf Gehör und Teilhabe. Mehr, als wir wahrnehmen. Mehr als wir wahrnehmen wollen?
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