
Gesundheit ist kein Geschäft! Das galt einst für die Krankenhäuser der Bundesrepublik. Ihnen war es gesetzlich untersagt, Gewinne zu machen. Es gab also kaum Anlass zur Sorge, eine Behandlung könnte bloß ob ihrer Gewinnmarge empfohlen werden oder es würde an Personal gespart, um Kosten zu senken. 1985 änderte sich das. Die Regierung aus CDU/CSU und FDP erlaubte nun Gewinne, der Bund stieg zudem aus der Krankenhausfinanzierung aus, die nun allein Ländersache war, während die Krankenkassen für die laufenden Kosten zuständig blieben. Seitdem sind die Klagen über unterfinanzierte wie gewinnorientierte Krankenhäuser laut geblieben. Konflikte um Monetarisierung und Überlastung prägen das Gesundheitssystem darüber hinaus vielfach. Unser Monatsthema Gesund und munter fragt, wie Patienten und Mediziner mit Behandlungsfehlern umgehen, worauf es ankommt, um bei gesundheitlichen Einschränkungen gerade im Alter ein gutes Leben zu führen und was es mit dem Verdacht einer Zweiklassenmedizin auf sich hat.
Unsere Leitartikel berichten aus eigener Erfahrung, was es heißt, nach einer Operation mit einem dauerhaften Schaden leben zu müssen, plädieren dafür, alters- und behindertengerechtes Wohnen zu fördern und wundern sich darüber, dass sich einige Bevölkerungsgruppen der solidarischen Gesundheitsvorsorge entziehen dürfen.
In unseren Interviews erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin Annegret Hannawa, wie die Kommunikation zwischen Patient und Arzt mit dem Behandlungserfolg zusammenhängt, die Architektin Ulrike Scherzer gibt Tipps für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter und Bernhard Winter vom Verein demokratischer Ärzt*innen diskutiert, wie das Gesundheitssystem fair finanziert werden kann.
In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir beim Kölner Projekt Patientenbeteiligung NRW, wie es Patienteninteressen vertritt, bei der Baugenossenschaft Bochum, was eine Wohnanlage für Senioren ausmacht und bei Wuppertals städtischer Selbsthilfe-Kontaktstelle, wie Menschen einander beim Umgang mit Krankheiten helfen.
Vor allem Länder des globalen Südens fanden sich in der Coronapandemie im erbitterten internationalen Wettstreit um Hygienemasken und Impfstoffe empfindlichst benachteiligt. Nach drei Jahren Verhandlungen haben die Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation WHO nun einen Vertrag verabschiedet, der solchen Ungerechtigkeiten im Fall künftiger Pandemien vorbeugen soll. Er sieht vor, Ressourcen für die Erforschung, Vorbeugung und Bekämpfung von Pandemien miteinander zu teilen. Staaten, die den Pandemievertrag ratifizieren, sich aber nicht daran halten, haben keine Sanktionen zu befürchten. Das ist keineswegs ungewöhnlich für diese Art von Abkommen. Was die letztlich also freiwilligen Selbstverpflichtungen bringen, bleibt abzuwarten. Immerhin, das Signal, dass internationale Solidarität noch einen Wert hat, ist gerade in diesen Zeiten nicht wenig.
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