
Es gibt wirklich Wichtigeres als unsere Lebensgrundlagen! Zu diesem Ergebnis sind Regierungen und Gesellschaften offenbar gekommen. Vor wenigen Jahren erst schien das Bewusstsein dafür rasant gestiegen, dass endlich entschlossen Klima und Arten zu schützen seien. Hintergrund waren die Schülerproteste von Fridays for Future, die Häufung von Hochwassern, Dürren, Missernten und „Rekordsommern“, der Aufschrei von Staaten, die vom steigenden Meeresspiegel unmittelbar bedroht sind sowie erschütternde Erkenntnisse zum Artensterben. Seitdem haben Pandemie, Krieg, Wirtschaftskrise und ein internationaler Rechtsruck Naturschutzziele weitgehend verdrängt – während die ökologische Katastrophe sich verschärft. In unserem Monatsthema Den Bach runter möchten wir wissen, wie es um den Schutz der Natur steht.
Unsere Leitartikel bezweifeln, dass die Erderwärmung durch climate engineering, also großangelegte technische Eingriffe ins Klimasystem, abgewendet werden kann, plädieren dafür, die gesellschaftliche Resignation und die politische Inkonsequenz in Sachen Natur- und Klimaschutz zu überwinden und machen Hoffnung, dass wir bald in Seegräsern und Pilzen wohnen könnten.
In unseren Interviews erklärt der Ökonom Patrick Velte, warum sich die EU mit einer Abschwächung des Green Deals selbst schadet, der NABU-Biodiversitätsexperte Johann Rathke bewertet die Naturschutzpläne der neuen Bundesregierung und der Stadtforscher Constantin Alexander diskutiert, wie Städte ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden können.
In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir in der Kölner Siedlung Stellwerk 60, wie es sich autofrei in der Stadt leben lässt, beim Bochumer Arbeitskreis Umweltschutz, warum es Artenschutz auch in der Großstadt braucht und beim Wuppertaler Forschungsprojekt SInBa, wie umweltfreundliches Wohnen auch für ärmere Menschen bezahlbar werden kann.
Zunehmende Wetterextreme, veränderte Niederschlagsmuster und weitere Folgen der Erderwärmung führen zu Ernteverlusten. Wie drastisch diese absehbar ausfallen, führt eine jüngst im Fachmagazin nature veröffentlichte Studie aus. Forscher der kalifornischen Stanford Universität haben Bestände von Weizen, Mais, Reis, Soja, Gerste und Maniok in über fünfzig Ländern untersucht, sie gehen bis zum Jahrhundertende je nach Klimaszenario von Ernteverlusten zwischen 11 und 24 Prozent aus. Freilich, die Forscher beanspruchen keinen Blick in die Glaskugel, sie räumen ein, dass es durch natürliche und menschliche Einflüsse anders kommen kann – besser oder schlechter. Verluste von 8 Prozent bis zur Jahrhundertmitte gelten allerdings als ausgemacht. Eines dürfte gewiss sein: Ein verringertes Nahrungsaufkommen wird nicht zulasten der Wohlhabenden gehen, sondern die Lage derjenigen verschlimmern, die ohnehin unter Mangelernährung und Hunger leiden. Das zeigt einmal mehr: Naturzerstörung ist ganz besonders auch eine soziale Katastrophe.
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