Neben der Vielfalt an erstklassigen Künstlern gaben sich auch Sonne und der leider teils sinnflutartige Regen das Mikro in die Hand. Aber Literaten, Musiker und Kleinkünstler lockten das Publikum immer wieder vor die Bühne.
An literarischen Veranstaltungen herrscht Flaute zur Sommerzeit. Literaturbüros und Theater läuten die Sommerpause ein, auch andere Veranstalter scheuen die Monate, in denen man Gefahr läuft, dass das Publikum auf dem Weg zu einer Lesung in einem Biergarten hängen bleibt. Der Musikfan kann nun wählen zwischen den verschiedensten Open-Air-Angeboten, das gesprochene Wort jedoch ist verstummt im Ruhrgebiet. Im ganzen Ruhrgebiet?
Mal beginnt es mit einem Jucken in den Zehenspitzen, mal mit einem nicht mehr zu verhehlenden Grummeln in der Magengrube. Mal ist es pure Abenteuerlust, mal die unendliche Suche nach einem irgendwie gearteten Sinn, dann wiederum schiere Notwendigkeit, ausgelöst vom Überlebenstrieb zur Befreiung von körperlicher und/oder geistiger Pein. Raus, bloß raus hier.
Mit „Im Schatten junger Mädchenblüte“ wird Stéphane Heuets Adaption von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ fortgesetzt. Nach den Kindheitserinnerungen in „Combray“ macht der nun adoleszente Protagonist erste Erfahrungen mit der Oberschicht und deren so faszinierenden wie hohlen Spielregeln.
Damit meint der Volksmund, übrigens nach seinem Erfinder Karl-Gustav Volksmund (1646-1716) benannt, natürlich das Wetter. Im April darf es schneien und scheinen, es darf regnen und strahlen, es darf hageln und winden, der April ist der Blanko-Monat für Klimafreifahrten. Wären die Monate Kirmesfahrgeschäfte, wäre der April die Geisterbahn.
In Stefan Melneczuks Werken fegt ein kalter Schauer über das Papier. Der Mystery-Thriller „Marterpfahl“ gibt Lesern die Chance, noch mehr über die verschiedenen Facetten von Gänsehauteffekten zu erleben. Stefan Melneczuk ist einer von diesen charmanten Männern, die mehr zuhören als selbst zu erzählen, unaufdringlich zuvorkommend sind, einen guten Humor haben, aber fast ein bisschen schüchtern wirken.
„A star is born. Fotografie und Rock seit Elvis“ lautet der Titel einer aktuellen Ausstellung im Museum Folkwang. Elvis Aaron Presley gilt als Initialzündung der Rockmusik, auch 33 Jahre nach seinem Tod (den viele Fans und Verschwörungstheoretiker immer noch nicht wahrhaben wollen) als unerreichtes Idol.
Wenn man ein sanftes Drücken spürt, dass sich von innen gegen die Schläfen lehnt, bis sich schließlich ein schmaler Spalt im Schädel auftut, aus dem vorsichtig hervorsprießend ein Osterglöckchen nach ersten Sonnenstrahlen sucht, dann wird es Metapher, bzw. Frühling; kurz: März.
Was waren das noch für Zeiten, als sich Marcel Reich-Ranicki mit Sigrid Löffler über eine pornografische Szene in Haruki Murakamis Roman „Gefährliche Geliebte“ zoffte und die ganze Nation am Bildschirm miterlebte, wie Löffler nach zwölf gemeinsamen Jahren das Tischtuch des „Literarischen Quartett“ zerschnitt. Literatur erregte die Gemüter der Fernsehwelt...
Hanns Zischler kennt man seit Jahrzehnten als Schauspieler. Dass er 1968 den Alpheus Verlag gründete, den er vor einigen Jahren reaktivierte, ist weniger bekannt. Nun tritt er auch als Autor eines Comics auf: „Aus der Nachwelt“, dynamisch und grob straffiert illustriert von Friederike Gross, erzählt von einem erfolglosen Maler, dem Besuch aus der Zukunft ins Haus steht.
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