Welcher kühne Planer ist seinerzeit nur auf den Gedanken verfallen, das neue Jahr am ersten Januar beginnen zu lassen? Ich wache in der Regel am ersten Januar mit Kopfschmerzen auf, und das ist ein schwieriger Anfang für ein Jahr, finde ich.
Es war in den frühen 90er Jahren, in der kurzen Zeitspanne zwischen den neonbunten Jogginganzügen des Pop und den Holzfäller-Hemden des Grunge. Es war, bevor House Tekkno hieß – es war sogar, bevor Tekkno Techno hieß.
Der Kalender sagt Oktober, und wir nicken. Der Herbst klopft mit kalten Fingern an die Türen, während wir drinnen noch nicht mal damit fertig sind, unseren gefühlten 2.000 Urlaubsfotos bessere Namen zu geben als „dscn555311.jpg“.
Lothar Lotmann sitzt schwer angeschlagen in einer Talkshow, die die 1980er Jahre thematisiert. Zwischen den von ihm als albern empfundenen Fragen zu Culture Club und Zauberwürfel kommen dem Theatermann die Erinnerungen an seine Inszenierungen zu jener Zeit.
„A star is born. Fotografie und Rock seit Elvis“ lautet der Titel einer aktuellen Ausstellung im Museum Folkwang.
„Bücher wird es immer geben, schon alleine ihre Sinnlichkeit, man will doch etwas so Schönes anfassen. Das kann mir die Elektronik nie ersetzen“. Wie oft man diesen Satz doch hört, und wie überzeugt die Menschen von der Zukunft des Buches als Gegenstand sind...
Eine Epoche umspannt in Köln elf Jahre. Das ist genau die Zeit, die Thomas Böhm dazu verwendete, um dem Literaturhaus ein markantes Profil zu verleihen. Nicht selten kamen Autoren mit neugieriger Vorfreude an den Rhein, weil sie gehört hatten...
Es kann eine Bürde sein, stets aufs Neue als Musterbeispiel für den „verlorengegangenen Autor“ des Ruhrgebietes herzuhalten. Wenn es um Autoren geht, die das Revier in Richtung Berlin verlassen haben, wird neben Ralf Rothmann auch stets Marion Poschmann genannt.
Ein in die Jahre gekommener Buchhändler aus Hannover, der sich dem Reitsport verschrieben hat, unterhält gemeinsam mit seiner Frau ein Pferd, das auf einem Hof vor der Stadt versorgt wird. Ihnen fällt ein Mädchen auf, das die Pferde hingebungsvoll striegelt und pflegt.
Von wegen Kinderbücher sind ein Segen. Das Osterfest nähert sich mit Sieben- Meilen-Stiefeln. Mir hingegen graust es jetzt schon wieder vor den faulen Eiern, die auf derlei Familienfeiern den Besitzer wechseln und fortan nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern das Leben zur Hölle machen. Mit Schaudern fällt mir zum Beispiel jene Geschichte vom kleinen Bären ein, die meiner Tochter zum dritten Geburtstag endlich die Furcht vor der Dunkelheit lehrte und seither, Nacht für Nacht, das Stromkonto belastet. Mal ganz davon abgesehen, dass in Anbetracht des hausbackenen Sprachschatzes selbst ein Testosteron geschwängertes Spatzenhirn beim Vorlesen Trübsal geblasen hätte. Leider können Kinderbücher aber auch aus genau den entgegengesetzten Gründen ins Leere führen: „Die Kleine Sensenfrau“ (°Luftschaft, 32s, € 18,50) ist solch ein traurig-schönes Beispiel.
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