Über zwei Jahrzehnte beherrschte der Engländer und Wahl-Londoner Georg Friedrich Händel, gebürtig aus Halle an der Saale, die Metropole an der Themse in Sachen Oper. Der Komponist und virtuose Organist konnte den damals gefeierten Kastraten die wildesten und heikelsten Koloraturen in die Stimmbänder diktieren. An diese Tage erinnert jetzt im Bochumer Musikforum Ruhr ein Meister seines Fachs, der schon lange auf der Welle der Alten Musik in vorderster Front reiten darf: Valer Sabadus. „In Rumänien bin ich teilweise bei meiner Großmutter in Timişoara aufgewachsen, einer kleinen Universitätsstadt, die nennt man in Rumänien ,Klein Wien‘“, sagt Valer über seine Kindheit. „Dort wuchsen wir dreisprachig auf, rumänisch auf dem Amt, deutsch in der Schule und ungarisch daheim als Küchensprache.“ Seine Jugend verbrachte er aber schon in Süddeutschland, wo seine Leidenschaft für die Musik eine professionelle Wendung nahm.
Allerdings nicht mit den Mitteln, die einst große Kastratenstimmen erzeugten. „Wir müssen die Kunst der Kastraten auf unsere Art nachahmen“, meint er. Zeit für eine kurze Aufklärung über die Kunst des hohen Männergesangs von jemand, der es weiß: „Farinelli, vielleicht der berühmteste Soprano, hatte einen Stimmumfang von drei Oktaven. Seine Atembögen, die Länge der Tongirlanden, können wir heute so nicht singen, da reicht der Atem nicht. Bei den Kastraten wuchs der Stimmapparat nicht mehr, die Lungen aber entwickelten sich normal: Viel Luft vollschwingend-volltönend durch kleine Ritze. Da konnten die Sänger sogar mit den Trompetenspielern mithalten.“
Der Countertenor von heute singt nur auf den Stimmbandrändern, „falsetto“, das heißt unnatürlich, künstlich. Das schafft Sabadus, der seine Stimmlage als Mezzosopran (mittiger Sopran) einstuft, in beeindruckender Qualität und Wärme. Die Latte hat der Countertenor sich extrem hoch gelegt. Händel setzte bewusst auf Virtuosität und endlose Linien.
Die Bochumer Symphoniker unter der Leitung des Geigers Georg Kallweit begleiten ihn und stellen darüber instrumentale Werke Georg Friedrich Händels vor: Atempause für einen der führenden Stimmen in der Szene der Alten Musik, die 2020 zurecht und verdient den Händel-Preis der Stadt Halle verliehen bekam.
Eine Bühne voller Händel | Sa 21.3. | Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Bochum | 0234 33 33 86 22
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