Foto (Ausschnitt): Chris Gonz

Lebendige Musikgeschichte

16. Juni 2025

Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller in Köln – Klassik am Rhein 06/25

Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Julia Varady, Elly Ameling und Thomas Hampson – lebendige Musikgeschichte mit den großen Namen hat Hanna-Elisabeth Müller live erlebt. Vor zehn Jahren bescherte sie sich selbst bei den Salzburger Osterfestspielen die Eintrittskarte für eine Weltkarriere, die sich an den Städten München, Wien, New York, London und Mailand festmachen lässt. Momentan besucht sie häufiger Köln, im Juni mit Mahler und Neuer Musik. Kürzlich gastierte die gebürtige Mannheimerin in der Kölner Philharmonie beim Benefizkonzert des Bundespräsidenten und bei einem Liederabend. Jetzt reist sie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Maestro Cornelius Meister wieder an. Es wird das Abschiedskonzert für Louwrens Langevoort, dem scheidenden Intendanten des Hauses, mit einem Wunschprogramm aus Alt und Neu.

1903 waren sich Gustav Mahler und Arnold Schönberg in Wien erstmals begegnet. Sofort entstand daraus eine kollegiale Freundschaft. Werke dieser Wegbereiter der Moderne betten eine Konzertsuite der koreanischen Komponistin Unsuk Chin ein, ein Auszug mit Gesang aus ihrer erfolgreichen Oper „Alice in Wonderland“. In Mahlers 4. Sinfonie heißt das gesungene Finallied „Das himmlische Leben“, ein Gedicht aus „Des Knaben Wunderhorn“, Romantik pur. Mit der Sopranpartie in „Alice in Wonderland“, in Köln unter dem Titel „Puzzles and Games: Konzertsuite für acht Brücken“ 2017 uraufgeführt, wird eine temperamentvolle Interpretin gefordert. Hanna-Elisabeth Müller, die mehr als zwanzig Opernrollen im Repertoire hat, empfand das Werk bei erster Sichtung faszinierend vielfältig, erkannte eine riesige Palette an Farben und beantwortete rasch die Anfrage: „Das mache ich!“ Mit „Twinkle, twinkle, little Star“ wartet jetzt auch ein Zungenbrecher auf sie, der zeigt: Unsuk Chin hat Humor. Auch das Orchester dürfte hart gefordert werden, besonders eine „Overture“ mitten im Stück gemahnt dank virtuosester Einlagen und geschickter Instrumentierung an Klassiker wie Gershwin oder Bernstein mit Jazz und Marschrhythmen, Straßenlärm und lebensnaher Hektik. Die liebt auch Cornelius Meister, langjähriger GMD von Stuttgart, Spezialität: Dirigent ohne Noten. Faszinierend.

Hanna-Elisabeth Müller / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Cornelius Meister | So 29.6. 18 Uhr | Kölner Philharmonie | www.koelner-philharmonie.de

Olaf Weiden

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