Rezitieren mit Melodie, so könnte der innig-einfache Gesang des Malakoff Kowalski beschrieben werden. Bei ihm gibt es keine Diskussion, ob der Text oder die Musik, meist Klavierstücke von Schumann, Chopin, Debussy oder Grieg, im Vordergrund steht. Texte von Allen Ginsberg bilden die Grundlage des Albums „Songs With Words“, zu dem die Piano-Stars einer stilistisch offenen Neuzeit eingeladen wurden. Chilly Gonzales, Igor Levit und Johanna Summer begleiten den Mann mit Hut auf seiner Reise durch den Halbkontrast zu den berühmten „Liedern ohne Worte“, die der stets auch politisch reagierende Klassik-Freak Igor Levit nach dem Terrorangriff der Hamas und zum Holocaust-Gedenktag veröffentlichte: Mit Mendelssohns Musik beschrieb er wortlos eindrücklich sein Entsetzen. Auch bei Kowalski bleiben die zögerlich hervorgebrachten Worte dem Interpreten hörbar im Hals stecken, so bei einem Gedicht mit dem Ginsberg-Titel „An Empty Hungry Ghost“, bei dem Johanna Summer ein flackerndes Irrlicht den gehauchten Worten überstülpt.
Ginsberg gilt als Vater der Flower-Power-Bewegung, er prägte diesen Begriff, in dem er Protestlern Blumen zusprach, die sie bei Demonstrationen an die Polizisten verteilen sollten. Ansonsten war er ein 1926 geborener politisch aktiver Dichter, der sich früh zur Homosexualität bekannte, den Jazz liebte, mit verschiedenen religiösen Strömungen kokettierte, bei dem sich Begriffe wie Anarchie, Zen, Yoga und Drogen mit Dichternamen wie William Blake und Walt Whitman verbanden. Kowalski hat sich besonders in seiner Filmmusik empfohlen, der Sohn einer Pianistin saugt aus allen historischen Quellen und kooperiert mit Musikern seiner Zeit.
Mit Johanna Summer trifft er auf eine ebenso schubladenfreie Pianistin, die Jazzpiano studiert und erst 2023 ihren Master in Köln abgelegt hat. Sie improvisiert gern über klassisches Material, aber in eigener Manier, die nicht klassische Themen swingen lässt, sondern sie jazzig weiterspinnt. Allein ihre Zusammenarbeit mit dem angesagten deutschen Jungjazzer Jakob Manz, mit dem sie bereits zwei Alben eingespielt hat und sich mit ihm die grenzenlose Neugier auf das Neue teilt, darf wie die vielfache Auszeichnungen in ihrer jungen Karriere als Empfehlungen gewertet werden, derer sie eigentlich nicht bedarf. Ihr taufrisches Spiel sagt genug.
Schumannfest 2025: Johanna Summer / Malakoff Kowalski | So 15.6. | Jazzschmiede Düsseldorf | 0211 311 05 64
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