Der 14. September 1986 wurde zu einem bedeutenden Datum der gesamten Rheinschiene: Die Kölner Philharmonie eröffnete ihre Pforten, ohne zuvor die geplanten Baukosten gesprengt zu haben – allein dies ein bemerkenswertes Detail aus der Stadtgeschichte. Zwischen Dom und Rhein erklangen nun in einer Matinee-Veranstaltung mit vielen prominenten geladenen Gästen beißende Dissonanzen aus der Feder des Lokalmatadors Bernd-Alois Zimmermann, bevor eine Sinfonie des einstmals auch in Düsseldorf tätigen Robert Schumann die gereizten Ohrhärchen wieder glättete. 40 Jahre später knüpft an dieses Konzert ein Festkonzert mit Musik der Schumann-Freunde Brahms und Mendelssohn. Für den zeitgenössischen Tupfer sorgt ein Konzertstück des sehr erfolgreichen Komponisten Jörg Widmann.
Zwei orchestrale Herzen schlagen in Kölns feinstem Bürgersaal: Im Gürzenich-Orchester, dem städtischen Klangkörper für Konzert und Operngraben, wurde für die neue Konzertsituation 1986 sogar die Musikerzahl erhöht. Das WDR Sinfonieorchester probt und konzertiert ebenfalls im Saal, der vom ersten Tag an über modernste Aufnahmetechnik verfügte. Bald bedroht auch dieses Haus, erstmalig unter der künstlerischen Führung einer Intendantin, eine grundlegende Renovierung. Die neue Spielzeit wird dennoch mit Verve angegangen.
Jörg Widmann dirigiert auch gleich das WDR Sinfonieorchester in Mendelssohns „Reformationssinfonie“, er ist ein Stammgast in Köln. Jeder will seine Musik aufführen, viele wollen sie hören. Martin Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ rundet dieses Werk des 20-jährigen Mendelssohns, eine weitere göttliche Erscheinung folgt mit „ad absurdum“. Widmann hat es dem Trompeten-Virtuosen Sergei Nakariakov ins Instrument diktiert, dabei die Spezialkünste seines Solisten einbezogen – ein Showpeace der zeitgenössischen Musik mit anheimelnden Drehorgel-Klängen.
Kölns Generalmusikdirektor Andrés Orozco-Estrada lässt es sich nicht nehmen, sein Gürzenich-Orchester mitsamt einem Projektchor mit Klängen von Johannes Brahms zu präsentieren, einige Uraufführungen seiner unsterblichen Werke durfte das Orchester aus der Taufe heben. Und ohne die Musik von Richard Strauss vergeht keine Konzertsaison in Köln. Jetzt beginnt sie mit dem Sonnenaufgang in „Also sprach Zarathustra“ die frische Spielzeit.
Jubiläumskonzert | 14.9. 20 Uhr | Kölner Philharmonie
biograph |
choices |
engels und
trailer
- die online Kinoprogramme für
Bochum,
Bonn,
Castrop-Rauxel,
Dortmund,
Düsseldorf,
Duisburg,
Essen,
Frechen,
Gelsenkirchen,
Hagen,
Herne,
Hürth,
Köln,
Leverkusen,
Lünen,
Mülheim,
Neuss,
Oberhausen,
Recklinghausen,
Solingen und
Wuppertal