Mit dem Tode von Dietrich Fischer-Dieskau im Mai dieses Jahres ist der „Anführer“ im steten Kampf für die Kultur des Kunstgesanges und insbesondere des deutschen Liedes abgetreten. In seinen legendären Liedinterpretationen spuckte er wie einst die großen Heroen des Sprechtheaters die Konsonanten über das schaudernde Volk und erzeugte auf diese Weise ganz eigene Feuchtgebiete in den ersten Reihen des andächtigen Auditoriums.
„Reste – Reliquien – Reminiszenzen“: Wer über diese hübsche Konstellation ins Grübeln gerät und einmal versucht, den Hintergrund dieses Mottos aus dieser Trias selbst herauszulesen, dessen Gedanken landen zunächst und ganz naheliegend beim Untergang des Kölner Stadtarchivs.
Mit „Tosca“ ging nicht nur eine Premiere an den Start, sondern auch die Einweihung eines neuen Hauses für die Kölner Oper. „Oper am Dom“ nennt sich der ehemalige „Musical Dome“ jetzt, und mit Puccinis Musik hat er auch musikalisch einen sanften Übergang gewählt...
Es ist nicht einmal zwei Wochen her, da wurde der erste „TÜV-Stempel“ für ein deutsches Orchester verabreicht – es war Concerto Köln, ein Kölner Ensemble der Alte Musik-Szene.
Das könnte eine Millionenfrage im Fernsehquiz sein: In welcher europäischen Stadt befindet sich das Haydn-Institut?
Mit Robert Schumann hatte der Name des „Schumann-Quartetts“ nur am Rande zu tun. In diesem jungen Quartett steckt nämlich Schumann drin.
András Schiff gastierte in Köln. Er hatte ganz persönlich beladene Stücke mitgebracht, ein Programm von rund 140 Minuten Länge, ein gewaltiges Pensum für ein Recital – so heißt ein Soloabend.
„Was kann für einen jungen Mann uncooler sein, als in einem Männerchor zu singen?“ Diese Frage stellte Bernhard Steiner provokant, als der Kölner Männergesangverein jetzt verkünden konnte, knapp vierzig neue Stimmen für den eigenen Chor geworben zu haben. Also doch cool, so ein Männerchor?
Wenn Titus aus seiner Kaiserloge hinabschaut auf die Bittsteller seines Volkes am untersten Ende der Treppenanlage, wirklich aus schwindelnder Höhe, dann wird einerseits die Gott gleichende Macht des Römers präsent und anderseits die Winzigkeit und das Ausgeliefertsein des Untertanen, im Staub zertreten.
„Sie werden etwas erleben, was sie noch nie und wahrscheinlich auch nie mehr erleben können: Das Opernhaus wird nie wieder so leer sein!“ Dieses Versprechen des Regisseurs Nicolas Brieger vor der Premiere der Oper „Krieg und Frieden“ geriet missverständlich. Brieger meinte nämlich nicht das Opernhaus, das sich ja in aktuellen Zeiten so schnell füllt mit alten und...
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