Mit Weichzeichner und rundlicher Beschaulichkeit lässt es sich im Gegensatz zur Architektur des Barock den architektonischen Machenschaften in der Musik eines Johann Sebastian Bachs nicht nahe kommen.
Für manchen frommen Kirchenmusiker steigt hier der Leibhaftige persönlich über die Königin der Instrumente. Cameron Carpenter heißt das erschreckende Wesen. Zum Konzert an der Orgel erscheint er im weißen hautengen Trikot wie ein Olympionike der Eisbahn.
Dass es selbst der Tochter von Emmerich Kálmán gefallen hat, wer hätte es erwartet. Objektiv gesehen zieht die aktuelle Kölner Inszenierung der Csárdás-Fürstin die heitere Operette in einen Sumpf von Tuntenball und Schwuchtelklitsche. Und hebt damit ganz bewusst die seichte Soße auf eine Ebene prickelnder Gefühle und seelischer Konflikte – auch für den Hetero-Normalo.
Manchmal gelingen aus der Not geborene Dinge über alle Maßen. Als die Kölner Oper wegen dräuender Umbaupläne den angestammten Sitz am Offenbachplatz für Jahre zu räumen hatte, begann eine wilde Jagd nach neuen Spielorten. Die Kinderoper residiert bereits erfolgreich in der Südstadt in dem architektonisch reizvollen Alten Pfandhaus, für das Große Haus mussten natürlich größere Objekte einbezogen werden. Eines dieser zur Diskussion stehenden Gebäude, das ehemalige Casino im Gerling-Quartier, eignete sich mit einer Sitzkapazität von 650 Plätzen für ein besonderes Projekt: Monteverdi stand auf dem Spielplan.
Die Wogen glätten sich nur langsam, so verstimmt war die Bürgerschaft über das Großprojekt von Stadt und Kölner Oper, den „Grünen Ring“ des Regisseurs Robert Carsen in Shanghai im Rahmen der Weltausstellung zu präsentieren. In Zeiten knapper Kassen lassen sich solche Großtaten mit unkalkulierbarer Vorteilsnahme in der Zukunft nur durch rosarote Brillen betrachten, sonst wagt sich niemand in die Terra incognita:
Auf die Frage, ob es denn noch immer etwas Neues zu berichten gebe in der Alten Musik, schnappten die befragten Musiker dieser besonders in Köln häufig anzutreffenden Spezies erst einmal nach Luft: Ein Leben kann nicht reichen, die Schätze zu bergen, von deren Existenz selbst noch niemand wissen kann, die aber in Archiven schlummern, und außerdem werden die Erkenntnisse mit der Alten Musik auf immer neuere Gebiete und Werke angewandt.
Bereits im Juli beschäftigte uns die These: Festspiele essen Tageskultur auf! Es ging um die schlecht besuchten Konzertsäle all überall, um die Manager und um mögliche Ursachen. Die Lenker in diesem Spiel mit der „Klassischen“ Musik setzen auf ambitionierte Programme, das große Publikum bleibt zu Hause und träumt von Operettenseligkeit.
Diskussionen um den Niedergang des Klassikpublikums flammen immer wieder auf, das Jammern um die fehlende musikalische Ausbildung der heutigen Jugend ist groß, verschiedene plakative und repräsentative Aktionen von politischen Parteien und von Musik-Vermarktern wurden gestartet.
Uversa in Orvonton – eine Billion bewohnter Universen. Es ist ein mächtiges Reich, dessen Grundbucheintragungen Sternengesandte einem Irdischen, der bei Chicago wohnte, bis Mitte der Fünfziger im letzten Jahrhundert in die Feder diktierten.
rst zuckten einige Knie der Musiker im dicht gestaffelten Orchester nach oben, wie bei einem Reflextest mit dem Hämmerchen – es gab nur kein Hämmerchen. In wilden Haken zog sich dieses Phänomen ungeordnet durch die Sitzordnung, dann sahen die Zuschauer in den ersten Reihen in der Philharmonie den Grund für die plötzlichen Konvulsionen...
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