Mozart und sein Librettist Da Ponte greifen bei der Vorlage für ihre Oper auf einen politisch hochbrisanten Stoff zurück: auf die am Vorabend der Französischen Revolution entstandene Komödie „Die Hochzeit des Figaro oder Der tolle Tag“ von Beaumarchais, ein Zerrspiegel der Korruption und Dekadenz des Ancien Régime.
Seine Sympathien hat sich dieser Giovanni wahrlich schnell verspielt. Mit brutaler Gewalt schleudert er den alten Komtur gegen eine scharfkantige Marmorsäule. Das Blut spritzt in so hohem Bogen, dass das Publikum selbst in der letzten Reihe noch zusammenzuckt. Mit blutüberströmtem eingeschlagenen Schädel stirbt der Alte, während sich der Mörder aus dem Staub macht.
Mit diesem vernichtenden Urteil zur Uraufführung im Jahr 1909 verkannte ein Musikkritiker Richard Strauss’ späteren Welterfolg „Elektra“. Andere beschimpften den Meilenstein in der Musikgeschichte als eine „wahre Hässlichkeitsorgie“.
Dortmunds neuer Opernintendant Jens-Daniel Herzog hat ein schweres Erbe angetreten. Dem Haus ist das Publikum über lange Zeit in Scharen weggelaufen. Und der Weg zu neuem Erfolg ist nun beschwerlich. Allein mit Qualität, die Herzogs erste Saison durchaus zu bieten hatte, ist das Haus nicht wieder zu füllen – zumindest nicht auf die Schnelle.
Zu seinen Lebzeiten war sie Mozarts größter Opernerfolg. Genau 230 nach ihrer Uraufführung ist „Die Entführung aus dem Serail“ ein Graus für jeden Regisseur. Die bunte Türken-Maskerade, zu Mozarts Zeiten ein großer, komischer Renner, wirkt heute nur noch merkwürdig.
Wie verändert die Tat den Täter? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Kammeroper von Anno Schreier und seinem Librettisten Philipp J. Neumann.
Für Opernhäuser sind „Ausgrabungen vergessener Werke“ eine Frage des Prestiges. Unter den Ersten bei einer Wiederaufführung zu sein, sorgt für Aufsehen – jedenfalls bei der Kritik und in der Fachwelt.
Man stelle sich vor, die Traviata hätte sich die Schwindsucht nicht Mitte des 19., sondern in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eingefangen. Die Rettung wäre nah gewesen, 1928 entdeckte Alexander Fleming das Penicillin, das erste breit wirkende Antibiotikum.
Wünsch dir was! Wer sehnt sich nicht nach der Erfüllung seiner Sehnsüchte?
Die Kölner Oper hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Auf der Suche nach einem aktuellen Stoff, der Jugendliche für die Oper begeistern soll, greift man auf die Tragödie „Die Kinder des Herakles“ von Euripides zurück und überträgt das Stück, das von politischer Vertreibung und Asylsuche handelt, ins Heute.
biograph |
choices |
engels und
trailer
- die online Kinoprogramme für
Bochum,
Bonn,
Castrop-Rauxel,
Dortmund,
Düsseldorf,
Duisburg,
Essen,
Frechen,
Gelsenkirchen,
Hagen,
Herne,
Hürth,
Köln,
Leverkusen,
Lünen,
Mülheim,
Neuss,
Oberhausen,
Recklinghausen,
Solingen und
Wuppertal