engels: Herr Becher, hat das Vollplaybacktheater ein neues Domizil gefunden?
David J. Becher: Wir gehen mit Martina Steimer gern in den Barmer Bahnhof und sind auf die vier Vorstellungen im April gespannt. Es ist zwar alles etwas kompakter als im Rex, auch die Bühne ist nicht mehr so groß, aber der Bahnhof ist ein sehr schöner Raum.
engels: Frau Steimer, was können Sie von Ihrem lachenden und Ihrem weinenden Auge berichten?
Martina Steimer: 13 Jahre war ich im Rex-Theater. Es war großartig, dieses traditionsreiche Haus mit seinen vielen Möglichkeiten so lange leiten zu können. Wuppertal hat – auch durch die Schließung des Schauspielhauses – nun zumindest in klassischer Form kein Theater mehr...
Im Foyer des altehrwürdigen Rex-Theaters stehen hinter der weinroten Absperrkordel zwei Zementkübel, eine Schubkarre und eine Rührmaschine.
Wildes Durcheinander herrscht zur Nachmittagszeit vor der Kindertageseinrichtung. Viele Eltern holen ihre Kinder ab. Aufgeregt zeigt ein kleiner Junge afrikanischer Herkunft seiner Mutter stolz einen kleinen Weihnachtsbaum aus Pappe. Kleine Styropor-Kugeln, die rot angemalt sind, dienen als Weihnachtsschmuck. „Guck mal, Mama, was ich gebastelt habe!“
„Der Widerstand gegen die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße ist mir unbegreiflich“ sagt Karl Hundsdörfer, der für die Partei „Die Linken“ in der Bezirksvertretung Wuppertal-Vohwinkel sitzt. Schon als der Geschichtslehrer vor rund 30 Jahren nach Wuppertal zog, war er entsetzt, hier eine Straße zu finden, die nach dem General benannt war. Immerhin wusste er als Historiker Genaueres über Paul Emil von Lettow-Vorbeck. Zum Beispiel, dass dessen Lebenslauf sich wie eine gründliche Auflistung der größten Kriegsverbrechen und Völkermorde des frühen zwanzigsten Jahrhunderts liest
engels: Herr Izgi, wie lebt es sich in Vohwinkel mit Migrationshintergrund?
Arif Izgi: Wie in allen anderen Stadtteilen auch lebt es sich recht gut in Vohwinkel. In unserem Stadtteil gibt es gute Jugendeinrichtungen, die eine hervorragende Arbeit machen und zur Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen beitragen.
engels: Herr Goecke, ist Rechtsextremismus in Wuppertal ein Thema?
Sebastian Goecke: Leider ja. Seit der letzten Kommunalwahl haben wir jeweils einen Vertreter der NPD und der Republikaner im Stadtrat. In letzter Zeit ist in Vohwinkel eine Szene Autonomer Nationalisten entstanden.
Tristesse strahlt der Bahnhofsvorplatz von Vohwinkel aus. Schneeregen tropft in die großen Pfützen vor dem Gehweg. Alle angrenzenden Ladenlokale stehen leer. Die Schaufenster sind notdürftig mit Packpapier verklebt. Lenkt der Besucher seine Schritte unter die Eisenbahnbrücke und dann links auf die Kaiserstraße Richtung Postamt, verstärkt sich sogar noch der Eindruck. Kaum ein Geschäft ist in den ehemals herrschaftlichen Häusern aus der Gründerzeit noch geöffnet. Wer einen Endzeitfilm drehen möchte, könnte hier viele geeignete Kulissen finden. Wie aber mag es denen gehen, die hier wohnen? Der Stadtteil hat in den letzten Wochen mehrere Male für Schlagzeilen gesorgt. Von den Jugendlichen, die mit Pfefferspray die Premiere des Films „Das braune Chamäleon“ vom Medienprojekt Wuppertal im Cinemaxx verhindern wollten, kamen zwei junge Männer aus Vohwinkel.
EIm tiefen Tal zu Glüder wurde am 6. Januar 1903 Solinger Stadtgeschichte geschrieben. In Anwesenheit der Solinger Stadtväter und Vertreter der lokalen Industrie wurde der Kaisersaal mit elektrischer Energie erleuchtet.
Rechtswidriger Vorgang oder Musterbeispiel für pingelige Bürokratie? Dunkle Wolken liegen jedenfalls über modernen Solarkollektoren mit einer Leistung von 18 Kilowatt. Die erst im Dezember 2009 installierte Photovoltaik-Anlage mit rund 100 Platten auf dem Dach des Gemeindezentrums der Evangelischen Kirchengemeinde in Wuppertal-Vohwinkel wird zum juristischen Streitfall.
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