engels: Herr Steinmüller, wie kam es zu der Städtepartnerschaft zwischen Schwerin und Wuppertal?
Rolf Steinmüller: 1986 plante man in Wuppertal zunächst eine Städtepartnerschaft mit Halle an der Saale. Der damalige Außenminister der Bundesrepublik Hans-Dietrich Genscher, der lange in Wuppertal wohnte, kam von dort und auch der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Johannes Rau unterstützte diese Idee. Dann aber havarierte der Reaktor in Tschernobyl und die Wuppertaler suchten eine Stadt, die weniger radioaktiv belastet war. Die Wahl fiel auf Schwerin.
engels-Thema im März: Partnerstädte
Acht Partnerstädte hat Wuppertal. Seit 60 Jahren pflegen wir diese basisorientierte Außenpolitik. Muss sich angesichts leerer Kassen und einer Überalterung der Akteure etwas ändern?
Schutz gewähren und das Böse abwehren: Diese lobenswerte Absicht hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1997 die bundesweit operierende Stiftung „Hänsel und Gretel“ auf ihre Fahnen geschrieben. Die eindeutig größte Aktion ist die 2002 gestartete „Notinsel“-Initiative, die sich unter dem selbstbewussten Motto „Wo wir sind, bist du sicher“ als starke Plattform für ganzheitliche soziale Verantwortung begreift.
trailer: Frau Kavermann, wie sieht die Kinderarmut am Borsigweg in Bottrop aus?
Cornelia Kavermann: An der Kleidung wird oft gespart. Zu kleine Schuhe sind aber für wachsende Kinderfüße nicht gut. Unsere Kindertageseinrichtung hatte auch oft Probleme, das Essensgeld von den Eltern einzusammeln. Nach unserer Erfahrung waren die Eltern zwar sparsam genug, hatten aber doch keine Chance, genug auf die Seite zu legen.
„Es gibt im Rhein-Kreis Neuss rund 60 obdachlose Kinder und Jugendliche, die unversorgt sind und eine Notschlafstelle bräuchten“, sagt Rebekka Schuh, Leiterin der Neusser Tafel, und sie weiß, wovon sie redet: „Streetworker haben uns auf dieses Problem aufmerksam gemacht und gefragt, ob wir die Jugendlichen mit Essen versorgen können.“
trailer: Herr Kohl, welche Ursachen hat Kinderarmut?
Steffen Kohl: Wenn wir über materielle Kinderarmut in Deutschland reden, dann bezieht sich das ja auf einen relativen Artmutsbegriff. Das bedeutet, dass diese Kinder in Familien leben, die sich mit ihrem Einkommen am unteren Ende der Verteilung befinden. Statistisch gesehen sind am häufigsten Kinder in alleinerziehenden oder arbeitslosen Haushalten, Kinder mit vielen Geschwistern oder Kinder mit Migrationshintergrund von materieller Armut bedroht. Treten mehrere dieser Faktoren zusammen auf, steigt auch das Armutsrisiko.
In diesen Wochen herrscht dichtes Gedränge in den Einkaufsstraßenschluchten zwischen Dortmund und Duisburg. Die Wirtschaft boomt wieder, und wer einen Arbeitsplatz hat, gibt sein Weihnachtsgeld aus. Auch die Kinder werden bedacht. Das englische Wort für Weihnachten kann, leicht verfremdet ins Deutsche übertragen, die Situation trefflich beschreiben: Christmast!
Durch eine Toreinfahrt und einen Innenhof muss man gehen, dann erst erreicht man die im Erdgeschoß angesiedelte Medien-Design-Agentur „Mausklick“ im Westen von Heckinghausen. Dass Tom V Kortmann Räume gestalten kann, glaubt man ihm bereits, kurz nachdem man seine Agentur betreten hat.
Drei Männer sitzen am Schreibtisch und besprechen die neuen Reportagen. Einer davon ist Udo Peters. Der bekannte Filmemacher aus Wuppertal ist Redaktionsleiter von TALTV, Wuppertals jüngstem Internetfernsehen. In der Redaktionssitzung geht es um die nächsten zu produzierenden Beiträge. Wuppertal ist pleite, das spüren vor allem die Bürger und Unternehmen. Existenzangst macht sich breit, leere Geschäfte häufen sich
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