Wer sich der Tanzkunst verschreibt, weiß, dass in diesem Gewerbe niemand auf Rosen gebettet ist. Die öffentliche Hand mag den Bereich der Freien Szene nicht als Alleinunterhalter finanzieren.
Ein kleines Kind mit kahlem Kopf rast auf dem Fahrrad den Krankenhausflur entlang, während seine Mutter mit dem Infusionsständer mühsam Schritt zu halten versucht. Es ist ein symbolisches Bild, das der Regisseurin Barbara Wachendorff immer wieder begegnet ist.
Es zirpt, es brummt, es zwitschert, wenn die experimentelle SoundArt-Szene ihre Maschinen zusammenstöpselt. Zum zweiten Mal treffen sich ausgewählte Akteure im Forum Freies Theater in Düsseldorf, um in einer einwöchigen Werkstatt ihre Ideen umzusetzen.
Tanz und Politik. Auf den ersten Blick zwei sich widersprechende Bereiche. Das jedenfalls scheint sich nicht nur in den Körpern, sondern auch in den Köpfen von Tänzern und Choreografen festgesetzt zu haben.
Seit Rolando Villazon und Anna Netrebko bei den Salzburger Festspielen 2005 als Traumpaar auf der Bühne standen, hat Verdis „La Traviata“ einen medialen Boom erfahren, der seinesgleichen sucht.
Es war eine kleine Randnotiz im großen Wirbel um das Bahnhofprojekt „Stuttgart 21“: Eine Gruppe von Künstlern, die jahrelang in alten Eisenbahnwaggons auf dem stillgelegten Stuttgarter Nordbahnhof gelebt und gearbeitet hatte, musste im Mai der Riesenbaustelle Platz machen.
Wenn in den letzten Monaten und Jahren das Gespräch auf die Ruhrgebietskultur kam, glich das oft einem einzigen Jammern und Wehklagen.
András Schiff gastierte in Köln. Er hatte ganz persönlich beladene Stücke mitgebracht, ein Programm von rund 140 Minuten Länge, ein gewaltiges Pensum für ein Recital – so heißt ein Soloabend.
Es ist immer schlecht für das Geschäft, nicht sortierbar zu sein. Das gilt ganz besonders für die Musik. Die Verkaufskraft eines Ballermann-Schlagers liegt immer darin, aus gut bekannten musikalischen Primitivformeln und abgewrackten Sprachphrasen neuen Schwachsinn zu schmieden, der Friseusenherzen betört oder Gerüstbauern ein breit-lüsternes Grinsen um die frühmaroden Zähne zaubert.
Am Ende ergeht es dem Zuschauer – zumindest für einen Wimpernschlag – so, wie den Schauspielern das ganze Stück über: Geblendet von den auf sie gerichteten Scheinwerfern „sehen“ sie nur bis zum Bühnenrand.
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